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10 Milliarden Euro für den Bevölkerungsschutz

Der Bund will den Bevölkerungsschutz in den kommenden Jahren deutlich stärken: Bis 2029 sollen zehn Milliarden Euro in moderne Ausstattung, Infrastruktur und den Ausbau der Einsatzfähigkeit investiert werden. Welche Auswirkungen der von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vorgestellte Pakt für den Bevölkerungsschutz auf die Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) hat, darüber hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann bei einem Besuch der THW-Regionalstelle in Gelnhausen informiert.

Im Gespräch mit Regionalstellenleiter Sebastian Thrun, dem Landesbeauftragten für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, Marcus Hantsche, der Sachgebietsleiterin Einsatz, Ines Pakulla, sowie der THW-Kreisbeauftragten für den Main-Kinzig-Kreis, Monika Duderstadt, standen die veränderte Sicherheitslage und die Zukunft des Bevölkerungsschutzes im Fokus.

„Das THW ist ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Sicherheitsarchitektur. Angesichts neuer Bedrohungen müssen wir den Bevölkerungsschutz konsequent stärken. Die zusätzlichen Investitionen des Bundes sind deshalb ein wichtiges Signal“, sagte Wiegelmann.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand der von der Bundesregierung beschlossene Pakt für den Bevölkerungsschutz. Ziel ist es, Bund, Länder und Kommunen künftig noch enger zu verzahnen und Deutschland widerstandsfähiger gegenüber Naturkatastrophen, großflächigen Stromausfällen und hybriden Bedrohungen zu machen. Während Länder und Kommunen mit Feuerwehren und Hilfsorganisationen die Einsatzkräfte vor Ort stellen, ergänzt der Bund diese Strukturen mit den technischen Spezialfähigkeiten des THW. Die geplanten Investitionen sollen unter anderem in moderne Ausrüstung, Infrastruktur, Ausbildung sowie den Ausbau der Fähigkeiten für Krisen- und Verteidigungsfälle fließen.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe den Bevölkerungsschutz grundlegend verändert, betonten die THW-Vertreter. Das THW bereitet sich heute verstärkt auf Szenarien wie langanhaltende Stromausfälle oder den Schutz kritischer Infrastruktur vor. Gleichzeitig profitiert die Organisation vom engen Austausch mit ukrainischen Einsatzkräften, deren Erfahrungen wertvolle Erkenntnisse für den technischen Zivilschutz in Deutschland liefern.

Beeindruckt zeigte sich Wiegelmann insbesondere vom ehrenamtlichen Engagement der Einsatzkräfte. Rund 98 Prozent aller THW-Angehörigen engagieren sich freiwillig. „Diese Frauen und Männer leisten Enormes für unsere Gesellschaft. Dieses Engagement verdient nicht nur Respekt, sondern auch konkrete Unterstützung. Dazu gehören Arbeitgeber, die Freistellungen für Einsätze und Ausbildungen ermöglichen, genauso wie gute Rahmenbedingungen durch die Politik“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

Ein weiteres Thema war die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher. Während die Mitgliederzahlen insgesamt positiv seien, werde es insbesondere im ländlichen Raum schwieriger, ausreichend Freiwillige zu gewinnen. Mehr öffentliche Sichtbarkeit und gesellschaftliche Wertschätzung seien deshalb wichtige Bausteine, um Menschen für das Ehrenamt zu begeistern.

Wiegelmann kündigte an, sich auch ganz konkret für die THW-Standorte in seinem Wahlkreis einzusetzen. „Wer vom THW Höchstleistungen erwartet, muss die Voraussetzungen dafür schaffen. Ich werde mich dafür stark machen, die bauliche Situation der Liegenschaften weiter zu verbessern und die Standorte mit der bestmöglichen Ausstattung zu unterstützen. Ein leistungsfähiges THW ist ein Gewinn für die Sicherheit der Menschen vor Ort.“