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Reform der Notfallversorgung soll Patientenströme gezielter steuern

Sie sind da, wenn es drauf ankommt: Die Rettungsdienstmitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Büdingen.  Doch damit sie im Ernstfall schnell helfen können, braucht es neben modernen Einsatzfahrzeugen und engagierten Mitarbeitern verlässliche Strukturen, eine auskömmliche Finanzierung und politische Entscheidungen, die auch in der Praxis funktionieren. Vor diesem Hintergrund hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann den DRK-Kreisverband Büdingen besucht und sich mit Geschäftsführer Fabian Thoma über die aktuellen Herausforderungen im Rettungsdienst und in der Pflege ausgetauscht.

Ein Thema des Gesprächs waren die Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes auf die Arbeit der Rettungsdienste. Besonders deutlich werden die Folgen derzeit beim geplanten Neubau einer Rettungswache in Kefenrod. Nach Angaben des DRK hat die AOK Hessen vorerst alle in Planung befindlichen Neubauprojekte gestoppt, sodass sich auch dieses wichtige Vorhaben auf unbestimmte Zeit verzögert.

„Moderne Rettungswachen sind kein Luxus, sondern eine Investition in die Sicherheit der Menschen und in gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten“, machte Fabian Thoma deutlich. Qualifizierte Mitarbeiter bräuchten ein Arbeitsumfeld, das den Anforderungen eines modernen Rettungsdienstes gerecht werde.

Wiegelmann verwies auf die schwierige finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung und die Notwendigkeit, mit dem GKV-Beitragsstabilisierunggesetz gegenzusteuern. Zugleich zeigte er Verständnis für die Auswirkungen vor Ort und will mithelfen, eine tragfähige Lösung zu finden.

Ein weiteres Thema war die Reform der Notfallversorgung, die der Deutsche Bundestag in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause in erster Lesung beraten hat. Ziel ist es, Patienten künftig gezielter durch das System zu lenken und die Notaufnahmen zu entlasten. Dafür sollen unter anderem sogenannte integrierte Notfallzentren entstehen. Auch für den Rettungsdienst sind Anpassungen vorgesehen.

Darüber hinaus ging es um die Gewinnung von Fachkräften. Der DRK-Kreisverband Büdingen bildet seine Notfallsanitäter an der Rettungsdienstschule des DRK-Kreisverbands Kinzigtal in Gelnhausen aus. Diese Zusammenarbeit habe sich in der Praxis bewährt.

Auswirkungen der Debatte über einen freiwilligen Wehrdienst auf die Zahl der Freiwilligen im FSJ seien bislang nicht festzustellen. Sollte künftig jedoch eine Wehrpflicht eingeführt werden, werde auch ein Ersatzdienst wieder Teil der Überlegungen sein, wie Wiegelmann hervorhob.

Sorgen bereitet dem Kreisverband weiterhin der Personalmangel in der Pflege. Die Nachfrage nach ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten sei hoch, geeignete Fachkräfte seien jedoch schwer zu finden. Deshalb wirbt das DRK auch Mitarbeiter aus dem Ausland an. „Der Erfolg steht und fällt mit den Sprachkenntnissen. Gerade in der Pflege darf es keine Missverständnisse geben“, betonte Geschäftsführer Fabian Thoma.